Aus meiner literarischen Werkstatt

Ich stelle hier Texte  bereit, die seit 2005 entstanden sind. Die Anregungen, diese Texte zu schreiben kamen aus verschiedenen Richtungen:

Einmal jährte sich im Jahr 2005 zum 50. Mal der Beginn meiner psychoanalytischen Ausbildung am Stuttgarter Institut. 2006 kam eine Anfrage des Ausbildungsausschusses der „Deutschen Gesellschaft für Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie“ (DGPT), der sich mit der Reform der Psychotherapeutenausbildung befasste. Seine Mitglieder hatten die glorreiche Idee, einmal die „Senior Members“ der DGPT zu befragen, was denn ihre Ausbildungserfahrungen gewesen sind, um daraus für heute zu lernen. Für mich war dies der letzte Anstoß, an das Niederschreiben meiner Biographie zu gehen, wobei ich bis jetzt noch nicht zu Ende damit gekommen bin. Die damals (2006) als Anfang meiner Bilanzierung entstandene Kurzfassung meiner philosophischen Grundlagen stelle ich hier dem Ganzen voran, da sie mir geeignet erscheint, den Leser mit meinem  theoretischen Hintergrund etwas vertraut zu machen.
Ein weiterer Impuls kam durch die Einladung von Pater Gerhard Voss, dem Leiter des „Ökumenischen Instituts“ im Kloster Niederaltaich zur Mitarbeit an Jahrestagungen des Instituts. Daraus sind weitere Arbeiten, Vorträge und Essays entstanden, die auch in diesem ersten Teil enthalten sind.
All diese Beiträge sind nicht als letzte Weisheiten eines langen Lebens gedacht, sondern als Anregungen zur Diskussion für Fragen, die mir für unsere Zeit wichtig zu sein scheinen. Sie, als Leser,  sind daher eingeladen, sich an dieser Diskussion zu beteiligen, z. B. durch Einträge im Gästebuch, die ich gerne aufnehme.

Die hier zum Herunterladen bereitgestellten Texte bleiben geistiges Eigentum des Autors, für die er auch das Copyright besitzt. Beim Zitieren ist die Quelle anzugeben.

„Mächte und Gewalten“ im Horizont „dynamischer Psychotherapie“,

Vortrag auf der Jahrestagung 2007, die unter dem Gesamtthema stand: „Mächte und Gewalten – im Himmel und auf Erden und unter der Erde“, erschienen in der Zeitschrift Una Sancta, 62. Jg., 2007, Heft 4, Meitingen-Freising, S 288-303.
Anhand einer Fallgeschichte werden die dynamischen Prozesse im Verlauf  einer analytischen Psychotherapie und ihrer Beziehungsstruktur differenziert beschrieben, letztlich auch in ihrem Hinweischarakter auf die spirituelle Dimension.

Gottesgegenwart – Gottesgewissheit. Betrachtungen eines Pastoralpsychologen zum Thema Fundamentalismus.

Vortrag auf der Jahrestagung 2008 mit dem Gesamtthema „Wort und Wirken Gottes und ihre Deutung in den Herzen der Menschen“, erschienen in Una Sancta, 63. Jg., 2008, Heft 4, S 313-337. Ausgehend von meiner eigenen Geschichte mit Fundamentalismus befasse ich mich zunächst mit Freuds Religionskritik und deren Erweiterung durch neuere psychoanalytische Objekttheorien in ihrer Anwendung auf Gottesvorstellungen und –bilder. Das führt zu der These, dass Fundamentalismus eine Überlebensstrategie ist, Verletzungen und Krisensituationen handhabbar zu machen, veranschaulicht am jüdischen Fundamentalismus z. Z. Jesu, am römisch-katholischen und am islamischen F. In einem dritten Teil wird aufgezeigt, dass Fundamentalismus kein ausschließlich religiöses, sondern ein allgemein menschliches Problem ist, das sich in allen Lebensbereichen findet. Am Schluss auch ein Hinweis auf Möglichkeiten zur Überwindung.

„Vom Umgang mit inneren Bildern. Ein Werkstattbericht aus meiner psychotherapeutischen Praxis“

Das Thema der Jahrestagung 2009 des Ökumenischen Instituts Niederaltaich war „Die  Macht des Bildes".  In meinem Beitrag entfalte ich anhand mehrerer Träume und therapeutischer Szenen  die kreative Gestaltungskraft des Unbewussten, die sich besonders in der überraschend dynamischen Wirkung einer Selbstkonfrontation zeigt, in der sich Menschen ihrer inneren Wahrheit stellen,  was tiefgehende Veränderungsprozesse erkennen läßt und vorantreibt.  In allen Beispielen  wird als Gemeinsamkeit eine Bereitschaft sichtbar,  den Weg in die Tiefe des eigenen Leidens zu gehen und dabei Wandlung zu erfahren. Als Pastoralpsychologe sehe ich  darin eine Analogie zu dem Weg des Christus, der durch sein „niedergefahren  in das Reich des Todes"  zu dem neuen Leben in der Auferstehung gelangt.

Erschienen in „UNA SANCTA", 64. Jahrgang 2009, Heft 4, Meitingen

„Wie kam G.O.T.T. in den Menschen?“,

bisher unveröffentlichtes Manuskript, 2008
In diesem Essay setzte ich mich mit Feuerbachs und Sigmund Freuds Vorstellung auseinander, dass es sich bei heutigen Gottesvorstellungen um Projektionen menschlicher Imagines auf die „leere Leinwand Himmel“ handelt. Ich beschreibe ihr Entstehen hier viel mehr  als Ergebnis eines dialogischen Prozesses zwischen beobachtbaren Phänomenen am Firmament und den frühen Menschen, die keineswegs die primitiven Wilden gewesen sind, als die man sie lange gesehen hat.
G.O.T.T. ist auf diese Weise zu einem integralen Bestandteil der menschlichen Psyche und ihrer Identität geworden.

Veröffentlichungen aus früheren Jahren in Auswahl